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Teeaufguss

"Der Tee überflutet die Seele unmittelbar wie eine Stimme. Seine feine Bitterkeit erinnert an den Nachgeschmack eines guten Rates" (Wang-Yü-Cheng)

Heilpflanzentees können aus Einzeldrogen oder aus Teemischungen bestehen. Sie sind angenehme meist schmackhafte Medizin. Heilpflanzentees sollten möglichst frisch zubereitet werden. Manche eignen sich auch zur Zubereitung für den Tagesbedarf in einer Thermoskanne (z.B Erkältungstees). Direkt vor der Zubereitung sollten die Früchte und Samen gemörsert werden, damit sich die Wirkstoffe gut entfalten. Filterbeutel sind zur Zubereitung nur bedingt geeignet. Sie sind zwar sagenhaft schnell in der Zubereitung, allerdings sollten dann auch nur jene verwendet werden, die den Richtlinien des DAB (Deutschen Arzneibuches) entsprechen. Filterbeutel aus dem Lebensmittelhandel weisen oftmals einen Wirkstoffgehalt auf, der weit unter dem für Heilzwecke notwendigen Mindestgehalt liegt.

Infus: Heisser Aufguss (Die häufigste Art der Zubereitung)

Ein Infus ist die häufigste Art der Zubereitung. Das Kraut mit kochendem Wasser übergießen und bedeckt 3-10 Min. ziehen lassen. Ein Infus eignet sich für zartere Pflanzenteile (Blätter, Blüten) oder fein zerkleinerte Wurzel- oder Rindendrogen. Pflanzen mit gut wasserlöslichen Wirkstoffen wie Saponinen, Bitterstoffe, Alkaloiden oder mit ätherischen Ölen werden mit heissem Wasser aufgegossen, das gekocht hat, aber nicht mehr sprudelt. Sie ziehen bei geschlossenem Deckel, damit die Wirkstoffe nicht verloren gehen. Die am Deckel befindlichen Kondenstropfen sollten mit in den Aufguss tropfen, da sie voll von ätherischen Ölen sind. Tees mit Flavonoiddrogen 10-20 Min. ziehen lassen. Flavonoide sind hitzestabil und gehen beim Kochen nur geringfügig verloren.
Bei frisch gepflückten, zarten, aromatischen Blüten oder Blätter, wie z.B Pfefferminze oder Zitronenmelissekann eine Sekundenüberbrühung amgewendet werden. Die Pflanzenteile lässt man 20-30 Sek. lang ziehen. Die Teefarbe ist kein Kriterium für den Wirk- oder Heilstoffgehalt.

Mazerat: Kaltwasserauszug

Schleimhaltige Drogen wie Leinsamen die auch einen größeren Anteil an Pektinen oder Stärke enthalten würden mit heissem Wasser verkleistern. Pflanzen mit Schleimen zieht man auch deshalb in kaltem Wasser aus, weil Schleimstoffe bei Hitze abgebaut und wirkstoffvermindernt sind. Auch werden Pflanzen mazeriert, damit keine unerwünschten Bestandteile mit ausgezogen werden. Dies können toxische Bestandteile z.B. beim Mistelkraut, Harze in Sennesbkätter oder Gerbstoffe in Bärentaubenblättern sein.
Bei der Mazeration werden die zerkleinerten Pflanzen für ca. 1-2 Std. in kaltes Wasser gelegt. Zum Trinken kann der abgesiebte Tee erwärmt werden.
Da bei dieser Art der Zubereitung allerdings eine recht hohe Keimbelastung besteht, sollte man immer nur die Menge für den direkten Verzehr ansetzen. Will man wegen der Keimbelastung auf Nummer sicher gehen, sollte das Mazerat nach dem Abseihen kurz aufgekocht werden.
Übrigens beschränkt sich die Mazeration nicht nur auf Teezubereitungen, sondern auch für Kaltauszüge aus Alkohol, Wein, fetten Ölen.

Dekokt: Abkochung

Eine Abkochung ist eine Zubereitung bei der die Droge 15-30 Min abgekocht wird. Meist wird das Kraut dabei in kaltm Wasser angesetzt und zum Sieden gebracht. Eine Abkochung eignet sich für sehr harte Pflanzenteile wie Eichenrinde und Blutwurz. Und für Drogen mit schwer löslichen Bestandteilen wie der Schachtelhalm.

Kombimethoden: Infusmazerat, Mazerationsdekokt

Infusmazerat

Bei harten Drogen mit ätherischen Ölen werden diese zuerst als Infus zubereitet, also mit kochendem Wasser übergossen, und dann mazeriert,d.h., man lässt sie bedeckt bis zum Erkalten ziehen. Z.B. die Wurzeln von Baldrian, Alant und Engelwurz.

Mazerationsdekokt

Eine eher seltene Zubereitungsart bei Kielselsäurepflanzen wie Ackerschachtelhalm. Dabei werden die Pflanzenteile über Nacht in kaltem Wasser eingelegt und nach 12 Stunden 10-30 Min. gekocht. Erst dann löst sich die ieselsäure gut. Auch die Wirkstoffe getrockneter Hagebutten lösen sich mittels Mazerationsdekokt am besten. Wobei die C-Vitamine erhalten bleiben.